06.11.2018

U20 Weißwasser gegen den Krefelder EV - 3. & 4.11.18

Voller Spannung strömten am Sonnabend die Zuschauer in das Stadion zum Spiel unserer Mannschaft gegen den Tabellenführer aus Krefeld. Die Frage nach den schwächeren Leistungen der letzten Wochen war, wie die Zeit genutzt wurde, um die bekannten Schwächen abzubauen. Und es sei vorweg gesagt- sie wurde gut genutzt und unsere Jungen konnten nachweisen, dass sie durchaus in der Lage sind, sogar mit dem Spitzenhalter mitzuhalten.

Als die Spieler beider Mannschaften hinter der Bande Platz genommen hatten, sah man aber auch schon das große Dilemma: bei uns saßen durch Krankheit von sechs Mann nur 13 Feldspieler auf der Bank, Krefeld hingegen konnte drei volle Reihen aufbieten....

Aber nichtsdestotrotz: die ersten Minuten gehörten unserer Mannschaft. Piotrek Ciechanowski brachte mit seinen Sprints gehörig Unruhe in die Verteidigung der Krefelder, blieb aber leider noch ohne die notwendige Unterstützung durch seine Nebenleute. Mitten in unserer Druckphase gelang den Krefeldern in der 7. min bei angezeigter Strafe gegen uns der Führungstreffer. Die Verwirrung bei uns nutzten sie 20 Sekunden später gleich noch zum 2:0. Es zog eine gewisse Mutlosigkeit in die Reihen unserer Spieler ein, die Verteidigungsarbeit konnte nicht mehr als eine solche bezeichnet werden, es schien nur noch eine Mannschaft auf dem Eis zu stehen- Krefeld. NachToren in der 10. und 14. Minute ging das erste Drittel mit 0:4 zu Ende. Die Stimmung in der Halle war auf dem Nullpunkt, scheinbar aber nicht in der Kabine. Chris Straube fand wohl die richtigen Worte, denn nach Wiederanpfiff wussten unsere Jungs plötzlich, dass Eishockey ein Mannschaftsspiel ist und das 90% Einsatz einfach nicht ausreichen, um ein Spiel zu gewinnen. Die Abwehr agierte nun mit Tempo und Aufmerksamkeit und die Stürmer wurden nicht mehr alleingelassen, es entwickelte sich ein sehr ansehliches, schnelles, hartes Spiel, das dennoch jederzeit fair blieb.

Und so hatten unsere Bemühungen endlich Erfolg: die Abwehr war vielbeschäftigt, hielt aber stand und so konnten unsere enorm schnellen Stürmer ihre überfallartigen Attacken starten. In der 21. min gelang Luis Rentsch nach Vorlage von Luis Habel und Eddy Lysk der Anschlußtreffer. In der 23. und 27. min wurde Piotrek Ciechanowski für seine unermüdliche Angriffsarbeit mit vielen vielen Sprints übers gesamte Feld endlich belohnt: er versenkte nach blitzartigen Überfällen im klugen Zusammenspiel mit Gustavs Krumins und Luis Rentsch zweimal eiskalt den Puck im gegnerischen Gehäuse. Die Antwort der Krefelder waren wütende Attacken, aber unsere Abwehr hielt!

In der zweiten Pause äußerten alle Beobachter ihre Zufriedenheit mit unserer Mannschaft und die Hoffnung auf den ersten Saisonsieg.

Wie das letzte Drittel zeigte, war es dazu aber noch zu früh. Die Krefelder waren optisch überlegen, sie hielten sich deutlich öfter vor unserem Tor auf als wir vor ihrem, aber unsere Abwehr hielt dem Druck stand. Alle geben 105%, einige Spieler gingen deutlich sichtbar weit über ihre Grenzen hinaus und verausgabten sich völlig. Alle verteidigten aufopferungsvoll und forderten den Tabellenführer ganz enorm. Und immer wieder fuhren unsere Stürmer klug abgesichert durch die Verteidiger vor das gegnerische Tor, allein, es gelang kein Treffer. Nachdem Straube dann 38 Sekunden vor Schluß eine Auszeit nahm und danach den Tormann auf die Bank beorderte, gelang den Krefeldern fast mit der Schlußsirene mit dem ENG doch noch ein Nachschlag in's Kompottschälchen zum 3:5-Endstand. 

Unsere Mannschaft verließ traurig das Eis, kann aber stolz sein auf die Leistung des zweiten und dritten Drittels, alle Zuschauer waren es und verließen hochzufrieden das Stadion. Wer weiß, was passiert wäre, hätten unsere Jungs bereits von Anbeginn Eishockey gespielt... Alle Spielern muß bewußt werden, daß die Steigerung nach dem ersten Drittel ganz schnell das Normalniveau eines jedes einzelnen werden muss und nur darauf aufgebaut werden kann.

 

Das Sonntagsspiel brachte keine Besserung in der Spielerstärke: wieder standen dreizehn Weißwasseraner gegen drei volle Reihen aus Krefeld auf dem Eis. 

Im ersten Drittel konnten wir noch an die gestrige Leistung anknüpfen, nach Toren von Robin Krautz (Droick, Geschke) in der 5. min und Leon Braun (Rentsch) in der 18. min wurde das erste Drittel mit 2:1 gewonnen. Dann kam aber der befürchtete kräftemäßige Einbruch, Krefeld gewann das zweite Drittel 6:0 und brauchte das Ergebnis im Schlussdrittel nur noch zum 8:2-Endstand zu verwerten.

Die Einschätzung zum Wochenende ändert sich aber dadurch nicht: alle haben gesehen, dass es durchaus anders geht als bisher in der Saison gezeigt. Die positiven Erlebnisse müssen mitgenommen und im Training darauf aufgebaut werden. Mit voller Besetzung und voller Selbstbewußtsein wird dann auch ein voller Sieg gelingen.

Wir sehen uns am 17.November gegen Dresden wieder.

 

Eine sehr erfreuliche Information gibt es zum Abschluss noch: unser Spieler Stanisław Drozd-Niekurzak wurde in die U17-Nationalmannschaft seines Heimatlandes Polen berufen. Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg für die Länderspiele in der nächsten Woche! Bei der Gelegenheit verraten wir auch die deutsche Übersetzung dieses schönen poetischen Familiennamens: "Er ist die Drossel, nicht das Huhn"... Ja,mit dieser eindeutigen Aussage ist denn überhaupt kein Irrtum mehr möglich.

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